Urdonauboden der Altmühl

Eine geologische Station mit einem Stück Urdonautalboden am Altmühlufer erläutert einige bodenkundliche „Spuren“, welche die Flüsse im heutigen Altmühltal hinterlassen haben.

Das hier vor Millionen von Jahren die Wasser zweier Flüsse tobten und dadurch den Burgfelsen herauspräparierten – die „Uraltmühl“, ein für damalige Verhältnisse kleiner, nur einige Kilometer langer Fluss, und der große Strom Urdonau - ist heute kaum mehr vorstellbar.

Schon vor 1,8 Millionen Jahren begann die Urdonau, sich in die Albtafel einzutiefen, die sich allmählich hob. Es war ein langsamer Prozess, doch „steter Tropfen höhlt den Stein“, und so hatte sie sich vor etwa 300 000 Jahren sogar bis zu 20 m unter die heutige Talsohle eingegraben und schliff den felsigen Kalksteinboden blank.

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Ein Beweisstück für diesen Prozess ist hier ausgestellt: Der glatt geschliffenen Felsen aus dem Kalk des Weißjura, den man bei Riedenburg beim Bau des Main-Donau-Kanals hob, ist ein originales Stück der damaligen Talsohle der Urdonau. Später hat sie der Fluss selbst überdeckt, indem er durch mitgeführten Schotter sein eigenes Tal wieder auffüllte.

Das aufmerksame Auge kann auf den Feldern, welche die Hänge rund um Dollnstein bedecken, 90 bis 110 m über dem heutigen Talgrund Steine, sog. Leitgerölle, finden, die Urmain und Urdonau mitführten: schwarze, weiß geäderte Lydite, die der Urmain aus dem Frankenwald hierher transportierte und weiß geäderte Radiolite, welche die Urdonau aus den Alpen herbeischaffte.

Die Urdonau verlegte während der Riss-Eiszeit vor etwa 130 000 Jahren ihren Lauf in zwei Etappen. Zunächst floss sie für kurze Zeit durch das Schuttertal, dann durch das Steppberg-Neuburger Tal, das sie noch heute benutzt. Seither wird das Urdonautal zwischen Rennertshofen und Dollnstein von keinem Fluss mehr durchflossen („Wellheimer Trockental“), und der Talabschnitt zwischen Dollnstein und Kelheim gehört ganz der Altmühl.

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